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Druckversuch

Der Druckversuch ist ein mechanisches Prüfverfahren, mit dem das Werkstoffverhalten unter einachsiger Druckbeanspruchung untersucht wird. Im Gegensatz zum Zugversuch wird die Probe nicht gezogen, sondern gestaucht. So lassen sich gezielt Eigenschaften bestimmen, die für Bauteile unter Druckbelastung – etwa Elastomerpuffer, Gummiformteile oder Dichtungen – entscheidend sind.

Versuchsaufbau und Ablauf
In der Regel wird eine zylindrische Druckprobe mit definiertem Anfangsquerschnitt und -höhe zwischen zwei parallelen Druckplatten eingespannt. Die Prüfmaschine belastet die Probe mit einer stetig steigenden Druckkraft. Dabei werden Kraft und Weg (Stauchung) kontinuierlich erfasst.
Aus diesen Messgrößen wird die Druckspannung und die entsprechende Stauchung berechnet und in einer Spannungs-Stauchungs-Kurve (Druckkraft-Stauchungskurve) dargestellt.

Typische Kennwerte aus dem Druckversuch

Je nach Werkstoff und Norm können unter anderem folgende Kennwerte ermittelt werden:

  • Druckmodul bzw. Elastizitätsmodul im Druckbereich
  • Druckfestigkeit bzw. zulässige Druckspannung
  • Verlauf der Spannungs-Stauchungs-Kurve (linear-elastischer Bereich, Fließen, Verdichtung)
  • Kriech- und Setzverhalten unter Dauerbelastung

Für Elastomere, Gummi und Dichtungstechnik ist der Druckversuch besonders relevant: Er liefert Daten zum Verformungs- und Rückstellverhalten von O-Ringen, Profilen, Puffer- und Lagerelementen oder anderen Formteilen unter Druck. Diese Kennwerte fließen direkt in die Auslegung von Dichtstellen, Lagerungen und Schwingungsdämpfern ein und helfen, Werkstoffhärte, Bauteilgeometrie und Spaltmaß sicher zu dimensionieren.

Druckversuch Werkstoff


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