Elastomer
Ein Elastomer ist ein vernetzter Polymerwerkstoff mit ausgeprägt elastischem Verhalten. Elastomere lassen sich unter Zug oder Druck deutlich verformen und kehren nach Entlastung weitgehend in ihre ursprüngliche Form zurück. Verantwortlich dafür ist ein dreidimensional vernetztes Molekülgerüst aus flexiblen Polymerketten: Die Ketten können sich gegeneinander bewegen, sind aber über Vernetzungspunkte dauerhaft miteinander verbunden.
Im Einsatz liegen Elastomere in der Regel oberhalb ihres Glasübergangspunkts – sie verhalten sich gummiartig, bleiben formstabil und gleichzeitig flexibel. Bei starker Kälte nähern sie sich dem glasigen Bereich an und verhärten, bei hohen Temperaturen steigt zunächst die Elastizität, bevor bei zu großer Wärme eine Schädigung der Vernetzung einsetzt. Im Unterschied zu Thermoplasten lassen sich Elastomere daher nicht wieder aufschmelzen.
Typische Eigenschaften von Elastomeren sind:
- hohe reversible Dehn- und Stauchbarkeit (Rückstellfähigkeit)
- einstellbare Härtebereiche (z. B. Shore A) bei gleichzeitig elastischem Verhalten
- gute Schwingungs- und Geräuschdämpfung
- medienabhängige Beständigkeit gegenüber Wasser, Ölen/Fetten, Chemikalien sowie Ozon und UV-Strahlung
- ausgeprägte Temperaturabhängigkeit mit werkstoffspezifischen Einsatzbereichen, grob zwischen ca. –40 °C und +200 °C
Wichtige technische Elastomere sind u. a.:
- EPDM – sehr beständig gegen Witterung, Ozon, UV, Heißwasser und Dampf, häufig im Anlagenbau und in der Gebäudetechnik
- NBR – beständig gegen viele Öle, Fette und Kraftstoffe, klassischer Werkstoff für hydraulische und pneumatische Anwendungen
- CR (Chloropren) – gute Alterungs- und Witterungsbeständigkeit, mäßige Ölbeständigkeit, universell einsetzbar
- VMQ (Silikon) – sehr breiter Temperatureinsatzbereich und häufig in Lebensmittel-, Medizin- und Elektrotechnik
- FKM / FFKM – Hochleistungs-Elastomere für hohe Temperaturen und aggressive Chemikalien
Elastomere werden zu Dichtungen, O-Ringen, Profilen, Schläuchen, kundenspezifischen Formteilen, Schwingungsdämpfern und vielen weiteren technischen Komponenten verarbeitet. In der Dichtungstechnik – etwa bei O-Ringen, Profil- und Flachdichtungen oder komplexen Elastomer-Formteilen nach Zeichnung – sind sie überall dort der Standardwerkstoff, wo elastisches Verhalten, zuverlässige Dichtwirkung und dauerhafte Formrückstellung gefordert sind.

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